Dienstag, September 02, 2008

Ciudad de México

Tja. Die Ciudad de México liegt hinter mir und es waren ein paar nette Tage - was ganz anderes als alles zuvor. Natuerlich gab es viel zu sehen, ich bin mindestens gefuehlte 100km gelaufen (und trotz erstaunlicher Kurzatmigkeit wieder jejoggt...). Die Stadt strahlt wirklich in jeder Seitenstrasse mehr Leben aus als so manche deutsche Grosstadt im Zentrum. Mit 20 Millionen Einwohnern ist Mexico-Stadt natuerlich BIG und ich habe nur einen Bruchteil im Zentrum sehen koennen. Aber was ich sah, fand ich nett - viel alte Substanz mit richtig unerwartet schoenen Ecken und natuerlich auch die Modernitaet einer Metropole im 21. Jhdt.





Neben den ueblichen Touristentouren bleibt mir aber im Kopf haengen, dass

...hier auf Musiktruhen aus Berlin gespielt wird...


...morgens um zehn erstmal die Strasse geputzt wird...


...Hamburg und Berlin auch hier eine Rolle spielen (passenderweise in der "Zona Rosa", dem Schwulenviertel)...



...die schwarze Szene hier quicklebendig ist...


...die Demonstrationen nicht immer nur fuer Frieden zu sein scheinen...


...der "Torre Latinoamericana" mich immer geleitet hat...


...der Dudelsack auch hier zu Hause ist...


...ich nachschauen muss, ob die Siegessaeule noch in Berlin steht...


...man vor lauter Bemalung manchmal die Haeuser nicht sieht...


...ich im "Hotel Roja" mal in einem ganz richtigen ordentlichen Hotel uebernachtet habe - mit Marias Segen vor der Zimmertuer...


...ein mir unbekannter Tanz mich magisch in seinen Bann gezogen hat (und bei den Trommeln koennen die deutschen Selbstverwiklichungshausfrauen aber sowas von einpacken...)



Was ausserdem auffaellt: Unheimlich viele knutschende Paerchen an mehr oder weniger romantischen Orten. Ob die kein zuhause haben?



Und: An den Ampeln - ich erwaehnte es schon - regeln Polizisten den Verkehr - trotz funktionierender Ampeln. Hier allerdings sind es meistens Polizistinnen (gern auch zu zweit oder dritt an einer Ampel), die staendig auf ihren Trillerpfeifen pfeifen, den Autofahrern mit ihren weissen Handschuhen zuwinken und dabei so aufgeregt wirken wie Laverne Hooks aus der Police Academy. Das ist insofern erstaunlich, als sich die Fussgaenger so gar nicht an deren Signale, sondern eher an die der Ampeln halten und von den Autofahrern auch keiner zurueckwinkt. Seltsam...

Das kulinarische Highlight hat mich dann in einer Markthalle erwartet. Eine mexinanische Mama hat mir ihr Menue vorgesetzt, was aus dem obligatorischen tomatisierten Reis als Vorspeise (diesmal allerdings mit Bohnen, was nicht ganz mein Fall war) und "Longaniza en Guajillo Nopales" bestand. Dazu gabs Guavensaft. Sehr lecker.




Von meinem missratenen Ausflug zu den Pyramiden, der Stadt der VW-Kaefer und welche Missverstaendnisse bei Tortas aufkommen koennen, erzaehle ich dann spaeter. Jetzt gehts erstmal zum Pazifik - ich brauch Erholung! ;-)